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Fahren Sie mal mit der Maus über die Grundrißzeichnung. An den Postionen in der Realität sehen Sie dann Fotos von den Sehenswürdigkeiten unserer Kirche.

Zur Baugeschichte:

Im 12. Jahrhundert hat sich in der Isle de France, nicht weit von Paris, ein Baustil für Kirchen herausgebildet, der bis auf den heu­tigen Tag fasziniert: die Gotik. Angetrieben vom Gedanken: „Gott ist Licht!" ließ der Abt von Saint-Denis seine Abteikir­che in einem neuen Stil erbauen. Säulen streben in den Himmel hinein, Wände wer­den durch hohe Fenster durchbrochen, buntes Glas lässt farbiges Licht den Raum durchfluten: ein Stück des Himmels mitten auf der Erde - der Raum der gotischen Kathedrale. Die Pfarrkirche St. Peter und Paul ist im ausgehenden 15. Jahrhundert ebenfalls aus diesem Gedanken heraus neugestaltet worden.

Vorgängerbauten der Kirche gehen bis ins 7. Jahrhundert zurück. Zunächst wird es wohl eine einfache Holzkirche gewesen sein, die im 9. Jahrhundert zerstört wurde. In Akten des 11. Jahrhunderts ist eine Kirche in Straelen erwähnt, die einem ortsan­sässigen Adelsgeschlecht als sog. Eigenkirche gehörte. 1064 sorgt der Kölner Erzbi­schof Anno dafür, dass die Kirche aus dem Besitz des Adligen in den des Klosters Siegburg überführt wird. In der zweiten Hälfte des 12. Jh. Entstand eine romanische Hallenkirche mit im Westen mittig vorgesetzten Turm, dessen 3 untersten Geschosse heute noch erhalten sind. Ab etwa 1320 sind es Mönche der Abtei, die in Straelen den Pfarrer stellen.

Im ausgehenden 14. Jahrhundert wird der hintere Teil der Kirche neugebaut; der romanischeVorgängerbau fiel einem Feuer zum Opfer. Drei gleich hohe Schiffe bilden eine sog. gotische Hallenkirche und fassen den romanischen Turm im Westen ein.

1432 findet man die Erwähnung, dass neben dem hl. Petrus auch Paulus Kirchenpa­tron ist.

Ende des 15. Jahrhunderts beginnen die Bürger Straelens mit einer Osterweiterung der Kirche - jetzt ganz im Stil der Hochgotik. Beabsichtigt war es, die Kirche bis zum Turm in diesem Stil zu bauen - warum dieses Vorhaben nicht realisiert wurde, wis­sen wir nicht. Im Jahre 1497, diese Zahl ist vorne am Hochchor am Gewölbebogen zu lesen, war die sog. Pseudobasilika fertiggestellt.

Ende des 17. Jahrhunderts, wieder nach einem Brand, wird der Turm in seinen bei­den Obergeschossen erneuert und der barocke Dachreiter auf das Dach der Pseu­dobasilika gesetzt

Eine kurze Baubeschreibung:

Eindrucksvoll erhebt sich die Silhouette der Kirche St, Peter und Paul aus der Stadt heraus. Von weit her ist die Kirche sichtbar - mitten in der Stadt.Foto St Peter u Paul-211x250

Ihr Profil ist markant: der schlanke Turm im Westen mit seinem spitzen, achtseitigen Helm. Die tieferliegenden parallelen Satteldächer über der sog. Hallenkirche. Sie werden überragt vom Einheitsdach mit dem Dachreiter über der sog. Pseudobasilika. Im Osten schließt das Hochchor mit seinen drei mächtigen Fenstern, in denen sich im Mittelfenster Darstellungen der beiden Pfarrpatrone finden, die die Gottes­mutter Maria einrahmen. In den Fenstern rechts und links finden sich Heiligendar­stellungen, vornehmlich Patrone einiger der ortsansässigen Schützenbruderschaf­ten.

Als Baumaterial wurde vorwiegend der am Niederrhein typische Backstein verwandt. im Turm und in Teilen des Hochchores finden sich in einzelnen Schichten Tuffstein, wodurch der Bau eine reizvolle Gliederung erhält.

Drei - und vierbahnige gotische Maßwerkfenster beanspruchen fast die gesamte Mauerfläche. Die gesamte Verglasung der Fenster stammt aus den Jahren 1854 bis 1857 von dem Glasmaler Friedrich Baudri und ist nahezu original erhalten.

Im Inneren ist es das Licht, das den Reiz der Kir­che ausmacht. Die Leitidee der Gotik - Gottist Licht - findet hier einen deutlich sichtbaren Wi­derhall. Die voluminösen Säulen prägen eben­falls das Gesicht der Kirche. Deutlich spürt man den Zug nach vorne und nach oben.

Ein Rundgang durch die Kirche im Westteil des südlichen Seitenschiffs befindet sich die sog. Taufkapelle mit dem wohl ältesten Ausstattungsstück der Kirche, dem Taufstein aus „Namurer Blaustein“. Zu datieren ist er im 12. Jahrhundert. Der Aufsatz aus Messing dagegen ist neueren Datums (19. Jh.). Im Mantel des Taufsteins, der auf einem mächtigen Mittelzylinder und vier Säulen aufruht, findet man Darstellungen der Anbetung der Könige, der Geburt Jesu und der vier Evangelisten durch die für sie gebräuchlichen Symbole von Adler, Engel, Löwe und Stier.

Das östliche Ende des südlichen Seitenschiffs birgt einen von zwei Marienaltären (in der Gemeinde hat er den Namen „Josefsaltar".) Dieser Marienaltar aus dem ausgehenden 15. Jahrhundert ist eine Arbeit aus dem Braun­schweiger Raum. Dominiert wird er durch die Marienfigur in der Mitte. Die Gottesmutter ist dargestellt als die apokalyptische Frau, auf der Mondsichel stehend, ein Kranz von Ster­nen um ihr Haupt (Offenbarung des Johan­nes, Kap. 12). Dieses Mittelbild umgebend finden sich Szenen aus dem Leben der Got­tesmutter. Besonders augenfällig sind die ho­hen Stirnen und das fast puppenhafte Ausse­hen der Figuren. Am Fuß des Marienaltars finden sich bildliche Darstellungen der vier Evangelisten Markus, Matthäus, Lukas und Johannes. Den Hochchor beherrscht der sog. Hochaltar, eine Antwerpener Arbeit aus dem frühen 16. Jahrhundert. Bilder der Passion und Kreuzigung Jesu finden sich im Mittel­teil. Die Bilder rechts und links stellen Auferstehung und Himmelfahrt dar. Wenn der Altar im Advent und in der Fastenzeit zugeklappt wird, finden sich auf der Außensei­ter Bilder der großen Propheten und der Könige David und Melchisedech. in den Gehäusen des Schreinfußes sieht man von links nach rechts Darstellungen der Verlobung Marias mit Josef, der Verkündigung, der Geburt Jesu, der Anbetung der Könige, der Beschneidung und derDarstellung Jesu im Tempel.

Vorne links im Hochchor steht das bemerkenswerte Sakramentshaus aus Baumberger Sandstein. Seit dem 16. Jahrhundert befindet es sich in der Kirche. Das Altarssakrament befand sich hinter den Gittern im unteren Teil des Sakraments­hauses. Eine Treppe führte von rechts herauf. Heute ist das Sakramentshaus nicht mehr in Benutzung. Der Tabernakel ist im Hochaltar integriert.

An der Tür zur Sakristei befindet sich an einer Halterung ein alterWeihwasserkessel aus Bronze etwa aus der gleichen Zeit wie die St. Anno-Glocke im Turm von 1469. Drei Menschenköpfe bilden die Füße des 23 cm hohen Gefäßes. Darstellun­gen von Blattmotiven und Heiligenfiguren zieren das Gefäß.

Vorn im nördlichen Seitenschiff befindet sich einweiterer Marienaltar. Ebenfalls eine Antwerpener Schnitzarbeit, etwa gleich alt wie der Hochaltar. Die figürlichen Darstellungen behandeln wieder das Leben Marias.

Vor dem Marienaltar findet man einen Reliquien­schrein aus dem 15. Jahrhundert. Bemerkens­wert sind auch die Malereien auf dem Dach. Darstellungen der Kirchenpatrone finden sich neben Darstellungen der Verkündigung und der Anbetung durch die Könige.

Vor dem Marienaltar im nördlichen Seitenschiff steht ein eichenes Chorgestühl aus dem 15. Jahrhundert. Ein zweites Chorgestühl im nördlichen Seitenschiff ist diesem nach­empfunden und im 19. Jahrhundert entstanden. Unter den Sitzflächen finden sich in denMisericordien Darstellungen von Sprichwörtern und Bauernweisheiten.

Die barocken Kommunionbänke (17. Jh.) sind seit gut 110 Jahren in der Kirche. Sie gehörten ursprünglich nicht zur Ausstattung von St. Peter und Paul. Darstellungen auf ihnen lassen auf eineKatharinen- oder Franziskanerkirche schließen.

Die Kanzel stammt aus dem Jahr 1628. Ein solches Einrichtungsstück der Hochre­naissance ist für den Niederrhein eher untypisch.

Die Heiligenfiguren im Mittelschiff sind Darstellungen der Apostel, etwa aus dem Ende des 18. Jahrhunderts. In den Seitenschiffen finden sich weitere Heiligenfiguren,die für die Region und die Stadt von Bedeutung sind. Besonders bemerkenswert sind die Figuren des hl. Anno und des hl. Viktor. Sie sind aus dem 15. Jahrhundert.

Während der letzten umfangreichen Renovierung wurden im Gewölbe der Pseudobasilika neben der Jahreszahl MCCCCXCVII (1497) auf dem Triumpfbogen im Hochchor auch weitere zahl­reiche Deckenfresken entdeckt. Im Zentrum des Sternrippengewölbes des Hochchors befindet sich eine bemerkenswerte Christusdarstel­lung als Schmerzensmann. Im Stern weiter sind die Pfarrpatro­ne

St. Peter und Paul und die symbolhaften Darstellungen der vier Evangelisten angeordnet und zur Seite der Christusdarstellung sind zwei Engel mit den Marterwerkzeugen und über den Chorfensterbögen die hl. Quirinus, Anno und Michael, begleitet von zwei musizierenden Putten mit Harfe und Laute, zu sehen.

Die Hauptorgel der Pfarrkirche ist 1991 durch die Firma Stockmann aus Werl neu erbaut worden.
86 % Pfeifenmaterial der Vorgängerorgeln wurden wiederverwendet. Das Hauptgehäuse stammt aus der Vorgängerorgel des 19. Jahrhunderts, das Rückpositiv ist ganz neu. Die Orgel hat 43 klingende Register. Das Klangbild orientiert sich ganz am Ideal der spätromantischen Musik - die Orgel sieht so aus, wie sie auch klingt.
Im Jahre 2000 konnte der "Förderverein Geistliche Musik an St. Peter und Paul" eine Chororgel der englischen Firma Vowles aus Bristol aus dem Jahre 1861 erwerben. Diese vollmechanische Orgel hat 5 klingende Registern, welche ihre Windversorgung sowohl von einem Elektromotor als auch bei Stromausfall per originalem Handbetrieb bekommen kann; die Chororgel hat im südlichen Seitenschiff ihren Ort gefunden. Sie begleitet in besonderer Weise den Chorgesang  und findet ihren Einsatz in Schulgottesdiensten und Konzerten.
(weitere Informationen zu den Instrumenten hier)

Die Windfänge an den Eingangstüren sind wie die Beichtstühle sind Arbeiten aus dem 19. Jahrhundert. Anfang der 70 -ger Jahre wurden zwei der Beichtstühle zu sog. Beichtzimmern erweitert.

Besondere Erwähnung finden sollte noch die gotische Turmmonstranz aus dem 16. Jahrhun­dert. Wegen ihres hohen Wertes ist sie ständig unter Verschluss. Zu hohen Feiertagen findet sie ihren Ort in den Gottesdien­sten.

Ebenso befinden sich in der Sakristei Messgewänder, deren Stickereien z.T. 500 Jahre alt sind, ihre Motive lassen deutlich erkennen, dass sie für die Straelener Kir­che angefertigt wurden. Vermutlich stammen sie aus der Zeit der Fertigstellung der sog. Pseudobasilika

Fresko Kuppel
Hauptaltar - St. Peter u. Paul
Marienaltar-St.Peter u. Paul
Josefsaltar
Schrein
Taufbecken
Fenster hinter Hochaltar
Orgel 341x455

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Eingang rechts-400x533
Eingang links-400x533
Taufkapelle Wand links-400x533
Taufkapelle Stirnwand-400x533
Taufkapelle Wand rechts-400x533
Windfang Eingang rechtes Kirchenschiff-400x533
Beichtstuhl rechtes Kirchenschiff-400x300
Kerzenkapelle-400x300
Kerzenkapelle - Marien-Statue-400x533
Kerzenkapelle- Marien-Bildnis-400x533
Taufkapelle Kreuz-300x723
Egidius-238x600
Barbara-183x600
Cornelius-168x600
Grundriss St Peter und Paul 318x550
SPP 800x100
BannerSPP 800x100